Wir reichen Popularklage gegen die Änderung der Bayerischen Gemeindeordnung ein!

Popularklage vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof

Für Meinungsfreiheit und demokratische Grundrechte

Worum geht es?
Der Bayerische Landtag hat am 23. Dezember 2025 Artikel 21 Abs. 1a der Gemeindeordnung geändert.
Danach kann die Nutzung öffentlicher Einrichtungen untersagt werden, wenn bei einer Veranstaltung
• nationalsozialistische Inhalte oder
• „antisemitische Inhalte“
zu erwarten sind.
Die neue Regelung ermöglicht es Kommunen, Veranstaltungen bereits aufgrund einer Prognose über mögliche Äußerungen auszuschließen.

Warum wird geklagt?
Die geplante Popularklage richtet sich nicht gegen den Kampf gegen Antisemitismus.
Die Kläger*innen wenden sich vielmehr gegen eine aus ihrer Sicht verfassungswidrige Einschränkung grundlegender Freiheitsrechte.

Kritisiert wird insbesondere:
• die unklare und nicht gesetzlich definierte Formulierung „antisemitische Inhalte“
• die Gefahr politischer Vorzensur
• mögliche Einschränkungen von Diskussionen über den Nahostkonflikt
• die Einschränkung öffentlicher Debatten in kommunalen Räumen

Nach Auffassung der Kläger*innen verstößt die Regelung gegen mehrere Grundrechte der Bayerischen Verfassung, darunter:
• Meinungsfreiheit (Art. 110 BV)
• Versammlungsfreiheit (Art. 111 BV)
• allgemeine Handlungsfreiheit (Art. 108 BV)
• Gleichheitsgrundsatz (Art. 118 BV)
• Rechtsstaatsprinzip

Wenn Sie mehr über die Popularklage erfahren möchten, schicken Sie bitte eine Email an: popularklage@gmail.com

Wenn Sie die Popularklage unterstützen möchten, können Sie eine Spende mit dem Vermerk „Popularklage“ auf folgendes Konto überweisen:
Salam Shalom Arbeitskreis Palästina Israel e.V.
IBAN: DE84 7015 0000 1001 2613 69 (Stadtsparkasse München)

Vielen Dank!

Initiative zur Verteidigung der Meinungsfreiheit (vertreten durch RA Hildebrecht Braun, München)

Rede von Shelly Steinberg am 18.07.2026 in Traunstein

Schönen guten Tag,
Ich freue mich, heute hier sein zu dürfen und bedanke mich herzlich für die Einladung.

Mein Name ist Shelly Steinberg, ich bin Mitglied der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München.
Ich bin in Israel geboren und in Deutschland aufgewachsen und habe beide Staatsangehörigkeiten. Ich war nie „stolz“ auf meine Staatsangehörigkeiten – aber noch nie habe ich mich so für diese beiden Länder geschämt wie in den letzten knapp 3 Jahren.

Meine Großeltern mussten 1935 aus Deutschland nach Palästina fliehen  Sie flohen vor den Nazis. Vor den Nürnberger Gesetzen. Vor einem Staat, der beschlossen hatte, dass ihr Leben weniger wert war. Sie sind geflohen, damit sie leben. Nicht damit achtzig Jahre später in ihrem Namen wieder Menschen sterben. Deshalb stehe ich heute hier. Als Enkelin derjenigen, deren Gedenken als Ausrede für die Unterstützung der größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit missbraucht wird. 

“Nie wieder ist jetzt“ heisst es – aber für wen?! Deutschland sagt: Nie wieder. Nie wieder Faschismus. Nie wieder Vernichtung. Nie wieder Schweigen. Sehr schöne Worte. Aber ich frage mich: Nie wieder – für wen?! Nie wieder darf nicht heißen: Wir schauen bei einem Volk weg, während wir dem anderen die Waffen liefern. Nie wieder darf nicht heißen: Aus dem größten Verbrechen der deutschen Geschichte wird ein Exportgeschäft. Nie wieder gilt für ALLE Menschen – oder es gilt gar nicht! Meine Großeltern sind nicht geflohen, damit ihr Name heute für einen Krieg missbraucht wird, den der Internationale Gerichtshof selbst als Genozid-Risiko einstuft. Nicht in meinem Namen. Nicht im Namen meiner Familie. Nicht im Namen der Geschichte, aus der Deutschland angeblich gelernt hat! 

Hier nun ein paar relevante Fakten
Deutschland ist der zweitgrößte Waffenlieferant Israels. Nach den USA. Bis zu knapp der Hälfte aller israelischen Rüstungsimporte kommt aus Deutschland. Das ist kein Zufall. Das ist System! 

2022 zum Beispiel bestellte Israel - wieder einmal - 3 U-Boote von Thyssen-Krupp – wohlgemerkt nuklearwaffenfähige U-Boote. Die Bundesregierung bezuschusst diesen Kauf mit 570 Millionen Euro. Zusammen mit den 900 Mio Euro, die Deutschland für frühere U-Boot-Lieferungen an Israel gezahlt hat, macht das eine Gesamtsumme von sage und schreibe 1,4 Mrd. Euro– daran solltet ihr immer denken, wenn euch mal wieder erzählt wird, dass kein Geld für Psychotherapien, kulturelle Einrichtungen, Klimaschutz, Energieversorgung, Armutsbekämpfung, Sozialleistungen, Krankenhäuser, Schulen und Bildung, uvm. da ist. 

Während Gaza schon in Trümmern lag, während Krankenhäuser zerstört, Menschen vertrieben wurden und die Zahl der auf grausamste Weisen getöteten Männer, Frauen und Kinder unaufhörlich stieg, genehmigte die Bundesregierung zwischen Oktober 2023 und Frühjahr 2025 Rüstungsexporte nach Israel im Wert von fast 500 Millionen Euro. Geliefert wurden unter anderem Panzerfäuste, hunderttausende Schuss Munition und Komponenten für Kampfpanzer, Raketenabwehr und bewaffnete Drohnen. Diese Entscheidungen sind keine abstrakten Verwaltungsakte – sie bedeuten konkrete politische Verantwortung für Waffenlieferungen inmitten eines Krieges, dessen grausame und katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung weltweit dokumentiert werden.
Und dann kam die große Ankündigung: Merz stoppt die Lieferungen! Klang gut, oder? Es war aber eine Lüge mit Fußnote. Bereits erteilte Genehmigungen liefen nämlich weiter. Und seit Ende November 2025 genehmigt dieselbe Regierung erneut Waffenexporte im dreistelligen Millionenbereich! So etwas nennt man in Berlin "Kurswechsel". Ich nenne es Komplizenschaft. Und das, obwohl der Internationale Gerichtshof bereits im Januar 2024 ein plausibles Genozid-Risiko in Gaza festgestellt hat. Obwohl derselbe Gerichtshof gesagt hat: Kein Staat darf diese völkerrechtswidrige Besatzung unterstützen. Deutschland hat es gehört. Und trotzdem weiter geliefert! Das ist kein abstraktes Völkerrecht. Das sind auf ganz praktischer Ebene deutsche Getriebe in Panzern, die in Gaza rollen. Das sind deutsche Bauteile, gerichtet auf ein Gebiet, in dem 10Tausende Kinder auf schlimmste Weise getötet werden, verhungern, zu Waisen gemacht, ganze Familien ausgelöscht werden und ganze Viertel verschwinden. 

Die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ kam zu dem Schluss, dass im Gazagenozid die Zahl der indirekten Todesfälle durch zerstörte Gesundheitsversorgung, Krankheiten, Hunger und andere Folgen erheblich sei. Die Autoren verweisen auf ein mögliches Verhältnis von etwa vier indirekten Todesfällen pro direktem Kriegstod. D.h. die bisher verbreitete Zahl von 73.000 ist eine extreme - aber gewollte - Untertreibung – andere Experten gehen jedoch davon aus, dass man eher von 400.000 bis 680.000 Opfern ausgehen muss – bei einer ursprünglichen Einwohnerzahl von 2,2 Mio. Der Anblick Gazas liefert ein Bild der absoluten Zerstörung. Gaza ist die Hölle!

Deutschland liefert nicht Frieden. Deutschland liefert Krieg und Massenvernichtung.
Und natürlich nicht zu vergessen: Der Phosphor, den Israel in Gaza und im Libanon einsetzt, wurde natürlich auch von Deutschland geliefert, wie sich neulich herausgestellt hat.

Eine befreundete Rechtsanwältin hat die Bundesregierung 2024  auf einen sofortigen Stopp der Waffenlieferungen an Israel verklagt; die Erwiderung der Bundesregierung macht einen sprachlos - dort stand, dass die Bundesregierung weiter Waffen an Israel liefern müsse, um die Sicherheit Deutschlands und der Ukraine nicht zu gefährden. Das muss man sich mal geben! Deutschland beteiligt sich am Völkermord an den Palästinensern zugunsten der Ukraine. Das ist an antipalästinensischem Rassismus und Menschenverachtung nicht zu überbieten. 

Deutschland wird noch einen hohen Preis für seine Mittäterschaft am Völkermord bezahlen; was kaum jemand hier weiß, ist, dass Deutschland der Beihilfe zum Genozid angeklagt ist vor dem Internationalen Gerichtshof.

Die Welt hatte Deutschland den Holocaust verziehen - die jetzige Beteiligung an einem weiteren Völkermord wird die Welt jedoch nicht verzeihen. Schon jetzt hat Deutschland sein Ansehen in der Welt, das es nach dem Zweiten Weltkrieg wiedererlangt hatte, für Israel zerstört. Die Rechnung kam auch umgehend: Es ist kein Geheimnis, dass es v.a. die deutsche Komplizenschaft im Genozid in Gaza war, die Deutschland den Sitz im UN-Sicherheitsrat gekostet hat. Ich kann nur hoffen, dass es noch viele solcher Situationen geben wird, die Deutschland zeigen, dass es wieder einmal auf der falschen Seite der Geschichte steht.

Und wie sieht es denn innerhalb Deutschlands aus? Wir erleben gerade, wie alles, was jemandem unangenehm ist, zur "Bedrohung" erklärt wird – und jede Bedrohung, so das Kalkül, muss beseitigt werden. Die kritische Stimme? Ausgeladen. Die Ausstellung? Verboten. Der Vortrag? Abgesagt. Der Slogan? Kriminalisiert. Über 2.100 Anzeigen allein in Berlin – wegen eines einzigen Satzes - nämlich wegen eines Satzes, der die Freiheit Palästinas auf dem eigenen Gebiet fordert. 

Die UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit selbst warnt: Deutschland steckt in einem "riesigen Sturm" – Strafrecht wird benutzt, um unbequeme Meinungen zum Schweigen zu bringen. Das ist keine Demokratie mehr. Das ist Zensur im Kostüm der Betroffenheit! Demokratie heißt aber: Wir halten Unbehagen aus! Wir widersprechen, ohne kriminalisiert zu werden! Toleranz heißt nicht, dass wir alles gutfinden müssen – Toleranz heißt, dass wir aushalten, was uns unangenehm ist, statt die andere Seite mundtot zu machen! Wer "das fühlt sich für mich bedrohlich an" als Waffe benutzt, um Kritik zu ersticken – der verrät genau die Werte, die er angeblich verteidigt! Genauso sieht es auch beim inflationär missbrauchten Antisemitismusvorwurf aus. Durch ihn soll sämtliche berechtigte Kritik an Israel bekämpft und aus dem öffentlichen Diskurs verbannt werden. Dieser Missbrauch ist eine Unverschämtheit und höhlt den Begriff “Antisemitismus” komplett aus - mit solchen Diffamierungen wird dem Kampf gegen wirklichen Antisemitismus nur enorm geschadet.

Ich möchte Ihnen ein ganz aktuelles Beispiel dafür geben, wie weit unsere Politiker gehen:
Uwe Becker - der Antisemitismusbeauftragte Hessens - hat einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, der die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe mit bis zu 5 Jahren Haft stellt. D. h. Deutschlands Existenzrecht und das sämtlicher anderer Länder darf hier infrage gestellt werden - nur Israels nicht.


Dieser Gesetzesvorschlag wurde bereits vom Bundesrat angenommen; nun ist davon auszugehen, dass auch der Bundestag zustimmen wird, obwohl Juristen, Experten und sogar der wissenschaftliche Dienst des Bundestages selbst diesen Gesetzesvorschlag als komplett rechtswidrig einstufen und betonen, dass er dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zuwiderläuft. 

Hier möchte ich drei wichtige Punkte zum sogenannten Existenzrecht Israels sagen:

1. Das Völkerrecht sieht kein “Existenzrecht” für Staaten vor - für Individuen allerdings schon.
Deutschland jedoch missachtet bzw. leugnet das bestehende Existenzrecht der Palästinenser, während es dem nicht-existenten Existenzrecht Israels eine derart hohe Priorität einräumt, dass dafür sogar die Grundrechte deutscher Bürgerinnen und Bürger außer Kraft gesetzt werden. 

2. Welcher Staat Israel ist eigentlich gemeint? Der Staat Israel, der absichtliche nie eine Verfassung eingeführt hat, um so “flexibler” bei der Diskriminierung bestimmter Menschengruppen in seinem Land zu sein? Seit 2018 gibt es in Israel das sog. “Jüdische Nationalstaatsgesetz”, das den jüdischen Staatsbürgern extreme Privilegien einräumt. Oder der Staat Israel, der nie seine physischen Grenzen definiert hat, um so “flexibler” beim Landraub anderer Völker zu sein? Gaza, Westjordanland, Syrien, Libanon… zählen die jetzt schon zu Israel? Fragen über Fragen…

Und der meines Erachtens wichtigste Punkt:
Kein Staat, der Völkermord, Apartheid und ethnische Säuberung begeht, hat ein Existenzrecht. Nazideutschland war kein legitimer Staat, Apartheid-Südafrika hatte keine Legitimität und auch Israel hat kein Recht, als Unrechtsstaat zu existieren. Und nein, ich rufe damit nicht zur Auslöschung Israels auf - Deutschland und Südafrika existieren ja auch noch - jetzt aber mit Legitimität. Warum soll da bei Israel eine Ausnahme gemacht werden?

Von der Frage, wie völkerrechtlich und demokratisch legitim der UN-Teilungsplan von 1947 überhaupt war, will ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen. 

Auch die sogenannte Staatsräson ändert an alle dem nichts - im Gegenteil:
Sie ist eine fixe, unmoralische Idee, die von der Politik wie der heilige Gral vor sich hergetragen wird und über tatsächlich existierendes Recht gestellt wird.
Sie soll suggerieren, dass die eigene Schuld am Holocaust durch blinde Unterstützung Israels abgearbeitet werden kann. Das ist schlichtweg falsch und unmöglich, um nicht zu sagen pervers.
Zur Staatsräson möchte ich hier nur zwei Punkte sagen:

  1. Sie ist eine Idee ohne jegliches juristische Fundament. Dennoch werden basierend auf dieser “Erfindung” politische Beschlüsse gefasst, die weitreichende Folgen haben und dem tatsächlich existierenden Völkerrecht völlig zuwiderlaufen.

  2. Laut einer Studie sind fast 80% der deutschen Bevölkerung nicht mit dem Vorgehen Israels in Gaza, der unkritischen Haltung Deutschlands gegenüber Israel und den Waffenlieferungen an Israel einverstanden.Wenn die eindeutige Mehrheit des Volkes die Idee der Staatsräson nicht teilt, ist der Begriff auch semantisch völlig falsch - vielmehr handelt es sich dann um eine “Regierungsräson”, die dem Volk aufoktroyiert wird. Und auch Räson ist in diesem Zusammenhang völlig falsch, denn mit Räson, also Verstand, Rationalität bzw. Verständnis, hat die sog. “Staatsräson” absolut nichts zu tun. Die Nibelungentreue Deutschlands zu Israel ist rational nicht zu fassen oder zu erklären.

 Und wie ist denn um die deutschen Medien bestellt? Sie geben ein jämmerliches Bild ab. Eigentlich sollten die Medien eine die politische Ebene kritisch betrachtende 4. Gewalt im Staat darstellen - stattdessen sind sie zum propagandistischen Sprachrohr der politischen Ebene verkommen, das sogar den niedrigsten journalistischen Standard unterbietet. 

Journalistinnen berichten offen, dass sie sich zurückhalten, aus Angst um ihren Job, wenn es um Kritik an der israelischen Kriegsführung und Politik oder auch um eine kritische Betrachtung der Ukraine geht.
Redaktionen lassen Fakten weg, halten Perspektiven aus Gaza klein und verbreiten Desinformation. Die Bürgerinnen und Bürger selbst sagen in Umfragen, dass sie bei keinem Thema der Berichterstattung so sehr misstrauen wie beim Krieg in Gaza!
Wenn Medien einseitig berichten, wenn sie neue Wortschöpfungen kreieren wie “Vorwärtsverteidigung” statt einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Libanon oder Iran als solchen zu benennen, wenn sie die Urteile internationaler Gerichte verschweigen, wenn sie Opfer zu Tätern machen, indem sie unbelegte Behauptungen von israelischen Militärs und Politikern ungeprüft verbreiten, dann erzeugen sie ein Bild, in dem dieser Krieg alternativlos erscheint – und die Waffenlieferungen gleich mit. Medien gelten in einer Demokratie traditionell als „vierte Gewalt“ – als kritische Öffentlichkeit, die Macht kontrolliert, unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht und journalistischen Standards verpflichtet ist: nämlich sorgfältiger Recherche, kritischer Distanz, Pluralität und der Trennung von Bericht und Meinung. Eine demokratische Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass diese Standards gewahrt werden.

Denn es ist das Recht einer freien Gesellschaft, sich eine eigene Meinung bilden zu können – auf Grundlage möglichst umfassender, kritischer und vielfältiger Informationen. Doch wie soll das möglich sein, wenn Medien ihrer Aufgabe nicht mehr konsequent nachkommen, wenn bestimmte Stimmen kaum gehört werden oder wenn Menschen und Positionen aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen und kriminalisiert werden, bevor überhaupt eine offene Auseinandersetzung stattfinden kann? Was bedeutet Meinungsfreiheit noch, wenn gesellschaftlicher oder institutioneller bzw. politischer Druck dazu führt, dass sich Medien selbst zensieren oder kontroverse Themen nur noch innerhalb enger Grenzen oder gar nicht mehr verhandelt  werden?
Eine Demokratie lebt nicht von Einigkeit, sondern von der Möglichkeit zum offenen Streit, von Widerspruch und vom Vertrauen darauf, dass Bürgerinnen und Bürger selbst urteilsfähig sind. Wo Debattenräume enger werden und unliebsame Perspektiven zunehmend delegitimiert werden, steht deshalb nicht nur die Freiheit einzelner Meinungen auf dem Spiel, sondern die demokratische Kultur insgesamt.

All das lässt sich am medialen Umgang mit dem Genozid in Gaza bestens beobachten.

Wir erleben nicht nur eine Einschränkung von Grund- und Freiheitsrechten, sondern einen tiefgreifenden Umbau unserer Gesellschaft. Während Milliarden für Aufrüstung und Militarisierung bereitgestellt werden, werden soziale Sicherungssysteme, Arbeitnehmerrechte und öffentliche Daseinsvorsorge zunichte gemacht. Soziale Errungenschaften, die über Jahrzehnte erkämpft wurden, werden Schritt für Schritt zugunsten einer militaristischen, autoritären Diktatur abgebaut.
Es wird ein Klima der Angst geschaffen: Angst vor äußeren Feinden, Angst vor inneren Feinden, Angst vor wirtschaftlichem Abstieg und Unsicherheit. Diese permanente Angstpolitik dient dazu, weitreichende politische Veränderungen durchzusetzen, die unter anderen Umständen auf erheblich größeren Widerstand stoßen würden. Eine Demokratie lebt jedoch nicht von Angst, sondern von Freiheit, sozialer Sicherheit, offener Debatte und der Gewissheit, dass Grund- und Sozialrechte nicht dem Zeitgeist geopfert werden dürfen.  Das müsste eigentlich jedem klar sein, der tatsächlich aus der Geschichte gelernt hat und das nicht nur vorheuchelt.

Parallel dazu werden die politischen, militärischen und sicherheitspolitischen Beziehungen zu Israel immer weiter vertieft. Zu einem Staat, der sich selbst damit rühmt, weltweit führend bei Überwachungs- und sog. Sicherheitstechnologien zu sein. Zu einem Staat, dessen Rüstungsindustrie ihre Produkte mit dem zynischen Werbeslogan „Battle Tested“ – also im Kampf erprobt – vermarktet. Waffen und Technologien, die unter anderem im Gazastreifen und Libanon getestet werden, werden anschließend weltweit exportiert. Und Deutschland ist ein williger Käufer.
Diese immer engere Kooperation wirft Fragen auf. Welche abstrusen und gefährlichen Vorstellungen von Sicherheit werden hier übernommen? Welche illegitimen Methoden werden normalisiert? Und welche Folgen hat das für den Umgang mit Protest und Opposition in Deutschland?
Besonders deutlich lässt sich das am Vorgehen der Berliner Polizei gegenüber palästinasolidarischen Demonstrationen beobachten. Immer wieder dokumentieren Videos und Berichte ein unfassbar brutales Einschreiten, körperliche Gewalt und weitreichende Einschränkungen der Versammlungsfreiheit. Eine solche Form des Umgangs mit Demonstrierenden ist einer demokratischen und rechtsstaatlichen Gesellschaft unwürdig. Kritik, Protest und politischer Widerspruch dürfen nicht mit Gewalt beantwortet werden. 

Was fordern wir also? Ich sage es klar, Punkt für Punkt:
Sofortiger, vollständiger Stopp aller deutschen Waffenexporte an Israel! Keine Ausnahmen. Keine Hintertüren. Keine bereits erteilten Genehmigungen, die einfach weiterlaufen! 

Ende des Rüstungsaufbaus – in ganz Europa! Sicherheit kommt nicht aus mehr Waffen. Im Gegenteil.
Sicherheit kommt aus Völkerrecht, aus Diplomatie, aus dem Schutz von Menschenleben – jedem einzelnen, ganz gleich welcher Herkunft! Die Bundesregierung muss die Urteile des Internationalen Gerichtshofs endlich ernst nehmen – statt weiter Geschäfte zu machen! 

Uneingeschränkte humanitäre Hilfe! Dauerhafter Waffenstillstand! Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza!
Und: Wir hören nicht auf! Wir gehen zu den Abgeordneten! Wir unterschreiben! Wir stehen auf der Straße – heute und morgen und übermorgen und immer wieder! 

Wir müssen uns eines wieder bewusst machen: In einer Demokratie sind wir nicht die Untertanen der Politiker. Es ist genau umgekehrt. Politiker sind unsere gewählten Vertreter. Sie werden von den Bürgerinnen und Bürgern bezahlt, um dem Gemeinwohl zu dienen – nicht, um über uns zu herrschen. Sie sind dem Volk rechenschaftspflichtig.

Umso alarmierender ist es, wenn ausgerechnet das Informationsfreiheitsgesetz geschwächt oder abgeschafft werden soll. Ein Staat, der seinen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Informationen erschwert, entzieht sich der demokratischen Kontrolle. Transparenz aber ist kein Privileg, das Regierungen großzügig gewähren. Sie ist die Grundlage demokratischer Rechenschaft.

Man könnte meinen, manche Politiker hätten ihre eigene Stellenbeschreibung nicht gelesen. Ihr Auftrag besteht nicht darin, Macht um ihrer selbst willen auszuüben, sondern den Menschen zu dienen, die sie gewählt haben und übrigens auch denen, die sie nicht gewählt haben. Sie sind nicht unsere Herren – sie sind unsere Repräsentanten und Bediensteten.

Deshalb dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen. Demokratie lebt nicht von Gehorsam, sondern von mündigen Bürgerinnen und Bürgern, die Fragen stellen, Kritik üben und von ihren Regierenden Rechenschaft verlangen.

Also ziehen wir sie auch zur Rechenschaft. Lassen wir sie unseren Unmut spüren.
Wir müssen lauter werden. Wir müssen sichtbarer werden. Und wir müssen denjenigen, die politische Verantwortung tragen, deutlich machen, dass wir hinschauen und dass ihr Handeln Konsequenzen haben wird.

Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist, sie direkt anzuschreiben. Schreibt euren Abgeordneten. Schreibt den Ministerinnen und Ministern. Schreibt den Verantwortlichen in euren Wahlkreisen. Fragt nach. Fordert Antworten ein. Lasst sie wissen, dass ihr ihre Entscheidungen beobachtet und dass sie sich dafür verantworten müssen.

Ich habe zum Beispiel Außenminister Wadephul nach seinem Treffen mit seinem israelischen Amtskollegen, Gideon Sa’ar, am 05.Mai  folgenden Brief geschrieben:

Den Brief finden Sie hier: Brief unseres Mitglieds Shelly Steinberg an Außenminister Dr. Johannes Wadephul anlässlich seiner Beteuerung der deutsch-israelischen Freundschaft und Solidarität — Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe

Klar kommt bei solchen Briefen nicht unbedingt eine Antwort - sie werden jedoch gelesen. Und keiner der Politiker*innen kann dann behaupten, von nichts gewusst zu haben.
Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass Nichtstun Neutralität sei. Es ist keine Option, abzuwarten und zu hoffen, dass sich die Dinge von selbst wieder zum Guten wenden. Diesen Luxus haben wir nicht. Denn worum es heute geht, ist weit mehr als die Frage nach Gaza oder den deutsch-israelischen Beziehungen oder die Frage nach dem Umgang mit Russland und der Ukraine. Wir erleben tiefgreifende Veränderungen, die unser demokratisches Gemeinwesen, unsere Grundrechte und die politische Kultur dieses Landes - und im Grunde ganz Europas - nachhaltig prägen werden. Die Entscheidungen, die heute getroffen werden, werden die Lebensrealität der nächsten Generationen bestimmen. Deshalb tragen wir auch Verantwortung gegenüber denen, die nach uns kommen.
Und noch eines möchte ich zum Schluss sagen: Es wird  – zu Recht – viel über die AfD gesprochen. Über ihren Autoritarismus, ihren Nationalismus und die Gefahren, die von ihr ausgehen. Aber wir dürfen dabei nicht den Fehler machen, den Blick nur auf eine Partei zu richten.
Denn es hat sich auch das verschoben, was lange als politische Mitte bezeichnet wurde. Positionen und Maßnahmen, die noch vor wenigen Jahren als autoritär oder rechtsstaatlich problematisch gegolten hätten, werden heute zunehmend von Parteien vertreten oder mitgetragen, die sich selbst als demokratische Mitte verstehen. Einschränkungen von Grundrechten, die Kriminalisierung politischer Meinungen, massive Aufrüstung und eine Politik, die Sicherheit immer häufiger über Freiheit stellt – all das darf nicht deshalb unkritisch bleiben, weil es von der sogenannten Mitte ausgeht.

Eine Demokratie verliert ihre Freiheit nicht erst dann, wenn Extremisten regieren. Sie verliert sie schrittweise, wenn autoritäre Praktiken gesellschaftsfähig werden – unabhängig davon, von wem sie ausgehen. Gerade deshalb müssen wir jede Form des Autoritarismus kritisieren, egal ob sie sich als rechts, als konservativ oder als politische Mitte bezeichnet.

Jede und jeder von uns kann etwas tun. Wir können auf die Straße gehen. Wir können mit unseren Mitmenschen sprechen. Wir können unsere Abgeordneten anschreiben und sie mit ihren Entscheidungen konfrontieren. Wir können Widerspruch leisten, wo Unrecht geschieht, und uns weigern, Gleichgültigkeit zur Normalität werden zu lassen.

Geschichte wird nicht nur von Regierungen geschrieben. Geschichte wird auch von den Menschen geschrieben, die sich entscheiden, nicht wegzusehen.

Deshalb appelliere ich an euch alle: Bleibt laut. Bleibt sichtbar. Bleibt solidarisch. Gebt die Hoffnung nicht auf und lasst euch nicht einreden, ihr könntet nichts verändern. Demokratie lebt von Menschen, die den Mut haben, ihre Stimme zu erheben.

Ich möchte mit den Worten Bertolt Brechts schließen:
„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“

Vielen Dank.


Unser Statement zum Ausschluss der DFG-VK vom Straßenfestival "Zamanand" in München unter Verweis auf "Antisemitismus"

Die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München erklärt ihre volle Solidarität mit der DFG-VK München und verurteilt deren Ausschluss vom Straßenfestival „Zamanand“ im Juni 2026.

Die Ausladung einer Organisation, die seit Jahrzehnten konsequent für Gewaltfreiheit, Abrüstung und friedliche Konfliktlösung eintritt, stellt einen schwerwiegenden Vorgang dar. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Entscheidung offenbar nicht auf Grundlage konkreter Verstöße oder nachvollziehbarer Kriterien getroffen wurde, sondern als Reaktion auf politischen Druck. Wenn bereits die bloße Möglichkeit kontroverser Debatten ausreicht, um zivilgesellschaftliche Akteure von öffentlichen Veranstaltungen auszuschließen, gerät die demokratische Kultur unserer Stadt in Gefahr.

Als jüdisch-palästinensische Initiative wissen wir aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, Räume für Dialog, Meinungsvielfalt und friedliche Auseinandersetzung offen zu halten. Demokratie lebt nicht von der Ausgrenzung unbequemer Stimmen, sondern vom respektvollen Streit unterschiedlicher Positionen. Wer pazifistische Organisationen ausschließt, um politische Kontroversen zu vermeiden, setzt ein fatales Signal und trägt zur Verengung des öffentlichen Diskurses bei.

Besonders irritierend ist, dass die Verantwortlichen des Festivals selbst eingeräumt haben, Pazifismus dürfe nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden. Umso unverständlicher erscheint das Festhalten an der Ausladung. Der Eindruck drängt sich auf, dass hier nicht sachliche Erwägungen, sondern politische Opportunität den Ausschlag gegeben haben.

Ein Festival, das sich Offenheit, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf die Fahnen schreibt, sollte gerade dann den Mut haben, unterschiedliche demokratische Stimmen zuzulassen. Wer sich dem Druck politischer Akteure beugt und friedenspolitische Positionen aus dem öffentlichen Raum verdrängt, handelt den eigenen Ansprüchen zuwider.

Wir fordern die Verantwortlichen des Zamanand-Festivals auf, die Hintergründe dieser Entscheidung öffentlich und transparent darzulegen und den Ausschluss der DFG-VK München zu revidieren. Darüber hinaus appellieren wir an die Stadt München und ihre politischen Repräsentantinnen und Repräsentanten, sich klar für Meinungsfreiheit, demokratischen Pluralismus und die gleichberechtigte Teilhabe zivilgesellschaftlicher Organisationen einzusetzen.

Eine offene Stadtgesellschaft beweist ihre Stärke nicht dadurch, dass sie Kontroversen vermeidet, sondern dadurch, dass sie sie demokratisch austrägt.

Darüber hinaus stellt sich grundsätzlich die Frage, welchen Charakter das Zamanand-Festival für sich beansprucht. Versteht es sich als politisches Festival, dann muss es auch Raum für politische Positionen bieten, die den Veranstaltern oder einzelnen politischen Akteuren zwar missfallen mögen, die jedoch demokratisch legitim und rechtlich zulässig sind. Meinungsvielfalt kann nicht bedeuten, nur jene Positionen zuzulassen, die dem vorherrschenden politischen Konsens entsprechen.

Versteht sich das Festival hingegen nicht als politisches Forum, stellt sich die Frage, weshalb dort überhaupt Parteien und politische Organisationen mit eigenen Ständen vertreten sind. Die selektive Ausgrenzung einzelner Akteure erweckt den Eindruck, dass nicht politische Betätigung als solche unerwünscht ist, sondern lediglich bestimmte politische Auffassungen.

Der Vorwurf des Antisemitismus beruht nicht auf einer konkreten antisemitischen Haltung oder Handlung der DFG-VK München, sondern wird zur Legitimation einer politisch motivierten Ausgrenzung herangezogen. Ein solcher inflationärer oder sachfremder Gebrauch des Antisemitismusvorwurfs schadet letztlich auch dem Kampf gegen tatsächlichen Antisemitismus, weil er dessen Bedeutung verwässert und das Vertrauen in die notwendige Benennung realer antisemitischer Vorfälle untergräbt.

Wer Antisemitismusvorwürfe leichtfertig oder instrumentell einsetzt, um legitime politische Positionen aus dem öffentlichen Raum auszuschließen, betreibt nicht nur einen Missbrauch eines zentralen Begriffs im Kampf gegen Judenhass. Ein solches Vorgehen kann selbst als Form sekundären Antisemitismus verstanden werden, weil es die Erinnerung an tatsächlichen Antisemitismus politisch funktionalisiert und dadurch dessen Bedeutung relativiert.

Wer so handelt, sollte sich daher die Frage stellen, wie ernst es ihm tatsächlich mit der Bekämpfung von Antisemitismus ist und ob nicht vielmehr problematische Einstellungen in den eigenen Reihen einer kritischen Selbstprüfung bedürfen. Der Kampf gegen Antisemitismus gewinnt seine Glaubwürdigkeit nicht durch die Ausgrenzung unliebsamer politischer Positionen, sondern durch die konsequente Benennung und Bekämpfung tatsächlicher antisemitischer Haltungen und Handlungen.

„Zamanand, des is a Schand – schamt's eich!

Brief unseres Mitglieds Shelly Steinberg an Außenminister Dr. Johannes Wadephul anlässlich seiner Beteuerung der deutsch-israelischen Freundschaft und Solidarität

Sehr geehrter Herr Dr. Wadephul,

Seit einigen Jahrzehnten nun betrachte ich - eine aus Israel stammende Jüdin mit deutscher Staatsbürgerschaft, die in Deutschland aufgewachsen ist und lebt - Deutschlands Haltung zu Israel und Palästina. Und um es mit den typischen und einzigen “kritischen” Worten der deutschen Politiker auszudrücken: Ich bin besorgt.

Nein, ich bin geschockt und traumatisiert.

Meine Großeltern mussten 1935 aus Deutschland fliehen - der Großteil der restlichen Familie hat das damals nicht geschafft und wurde in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern umgebracht. Meine Großeltern haben mir erzählt, wie sie die Deutschen damals empfunden und erlebt haben - als empathielos, gefühllos, brutal und schier unmenschlich.
Das konnte ich immer theoretisch nachvollziehen. Doch die heutige deutsche Politik lässt es mich auch praktisch sehr gut nachvollziehen.
Obwohl ich als Jüdin mit dieser Familiengeschichte in Deutschland aufgewachsen bin, hatte ich nie eine verurteilende oder ablehnende Haltung gegenüber den Deutschen. Das hat sich in den letzten Jahren geändert - Dank Ihrer Politik.

Heute kann ich die Gefühle meiner Großeltern extrem nachempfinden - denn alles, was sie mir erzählt haben, sehe ich jetzt live. Empathielosigkeit, fehlendes Rechtsempfinden, trotz der erdrückenden Beweise für einen Genozid und alle erdenklichen Menschenrechtsverletzungen eine unbeirrte und fast starrsinnsgleiche Überzeugung im Recht zu sein, uvm.

Heute zeigt sich, dass nie eine Aufarbeitung der deutschen Geschichte stattgefunden hat - wieder stellt sich Deutschland auf die Seite eines Völkermordes und macht sich aktiv daran mitschuldig.
Ein Trauma, das bei mir nie vorhanden war, ist nun aktiviert worden. Ich - und im Grunde die ganze Welt - hatte Deutschland den Holocaust verziehen - und was machen Sie aus diesem Vertrauensvorschuß? Sie verraten ihn und die Verantwortung, die aus dem Holocaust hätte resultieren müssen. Sie und Ihre politischen Kollegen möchten suggerieren, dass Ihre genozidale Haltung genau dieser Verantwortung entspringt - das Gegenteil ist jedoch der Fall; Ihre Loyalität zu einem faschistischen, rassistischen, genozidalen Staat, Ihre Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Palästinenser*innen, Libanes*innen, Syrer*innen, Iraner*innen uvm. entspringt nicht einer “historischen Verantwortung aus dem Holocaust” - im Gegenteil: Sie fahren mit der Geschichte fort. Unter dem Deckmantel der Verantwortung gegenüber Juden und Jüdinnen unterstützen Sie die größten Verbrechen der Menschheit - das ist perfide und in höchstem Maße antisemitisch.

Wenn Sie schon nicht Unrecht von Recht unterscheiden können, dann missbrauchen Sie zumindest nicht die Juden und Jüdinnen als Schutzschild.

Diesen Völkermord wird die Welt Deutschland nie verzeihen. Das ist u.a. Ihr persönliches Vermächtnis. Sie werden in die Geschichte eingehen - aber nicht, wie Sie es sich wünschen.
Ihre Politik trägt dazu bei, dass das Ansehen, das Deutschland nach dem Holocaust und Zweiten Weltkrieg über Jahrzehnte wiedererrungen hat, zunichte gemacht wird. Deutschland macht sich zum Pariastaat, der wieder einmal auf der falschen Seite der Geschichte steht.

Somit machen Sie sich auch am deutschen Volk schuldig - Sie haben einen Amtseid geleistet, sämtlichen Schaden vom deutschen Volk zu wenden; nun steht Deutschland wieder einmal wegen (Beihilfe zum) Völkermord vor dem Internationalen Gerichtshof. Sie begehen Verrat an der eigenen Bevölkerung - wenn Ihnen schon die Palästinenser*innen und alle anderen Menschen, die unter Israel zu leiden haben, egal sind, dann zeigen Sie wenigestens Loyalität zur deutschen Bevölkerung.

Sie und Ihre Kollegen missachten tagtäglich das deutsche Grundgesetz, das genau wegen eines solchen Verhaltens der politischen Ebene so verfasst wurde, wie es geschrieben steht - als Schutz der Bürger vor willkürlichen Übergriffen seitens der politischen Führung; tagtäglich werden aber Bürger wegen ihrer korrekten und kritischen Haltung zu Israel von Ihnen und anderen Politikern kriminalisiert, diffamiert, drangsaliert und entrechtet. Das, verehrter Herr Dr. Wadephul, ist Ihr Vermächtnis - eine Beschädigung Deutschlands innen und außen.

Meine Großeltern, die nach Palästina fliehen mussten, würden sich im Grab umdrehen, wenn Sie wüssten, wie Deutschland heute mit seiner Geschichte umgeht, und was für eine Unrechtspolitik Deutschland betreibt.

Ihre Nibelungentreue zu Israel wird uns alle noch teuer zu stehen kommen - dennoch ist das nichts im Vergleich zu dem Preis, den die Palästinenser*innen für Ihre Politik und Ihr menschliches Versagen bezahlen müssen. Ich hoffe, Ihnen ist klar, wie viele Menschenleben auf Ihr Konto gehen.



Foto: Katharina Kausche/dpa/Katharina Kausche
https://rp-online.de/politik/deutschland/was-aussenminister-wadephul-bei-der-reise-in-den-nahen-osten-bewirken-will_aid-132082091

Buchvorstellung "Staats(räson)funk" von und mit Fabian Goldmann, 21.05.26 München

Donnerstag, 21.05.2026
19:00 Uhr
Kulturhaus Milbertshofen
Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München

Die JPDG freut sich, gemeinsam mit Salam Shalom e.V. den Autor und Journalisten Fabian Goldmann am 21.05.2026 um 19:00 Uhr im Kulturhaus Milbertshofen zur Vorstellung seines neu erschienenen Buches “Staats(räson)funk” begrüßen zu dürfen.

In seinem Buch analysiert Fabian Goldmann die Berichterstattung in Deutschland zum Thema Israel/Palästina – insbesondere mit Blick auf den Gaza-Genozid– und beleuchtet, wie politische Narrative und mediale Perspektiven entstehen, politischen Interessen entsprechend verzerrt und vermittelt werden. Pointiert, fundiert und nah an den Debatten unserer Zeit lädt der Abend zur kritischen Auseinandersetzung ein. Im Anschluss an die Lesung gibt es Raum für Fragen und Diskussion.  

Moderation: Dr. Bettina Marx (Journalistin, ehem. Leiterin des Palästina & Jordanien Büros der Heinrich-Böll-Stiftung)

Der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch herzlich willkommen!

Ein Büchertisch wird vorhanden sein, so dass gekaufte Exemplare von Fabian Goldmann signiert werden können.

Sondervorstellung "Palästina 36" mit anschließendem Panel - 04.05.2026 City Kino 2, München

Montag, 04.05.2026
19:30 Uhr
City Kinos
Sonnenstraße 12a, 80331 München

Am 04.05.2026 findet um 19:30 Uhr eine Sondervorstellung des Films “Palästina 36” (OmU) im City Kino 2 in München statt.
Im Anschluss an den Film findet ein Panelgespräch statt mit:
Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer
Dr. Sarah El Bulbeisi
Moderation: Sophia Maier

Weitere Informationen zum Special-Screening und Ticketverkauf finden Sie hier:
Preview: Palästina 36 | City Kinos München





Sondervorstellung "Die Stimme von Hind Rajab" am 29.01.2026

Die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München lädt in Kooperation mit Amnesty International herzlich zur Sondervorstellung des Dokudramas „Die Stimme von Hind Rajab“ ein. Der Film erzählt die Geschichte des palästinensischen Mädchens Hind Rajab, das von israelischen Soldaten getötet wurde, während am anderen Ende der Telefonleitung verzweifelt versucht wurde, Hilfe zu organisieren. Das Dokudrama wirft einen eindringlichen Blick auf (Un-)Menschlichkeit, Verantwortung und die Bedeutung von Zeugenschaft in Zeiten von Gewalt und Genozid.

Einführung:
Djamila Baumann (Amnesty International)
Shelly Steinberg (JPDG)

Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit zum Austausch und zur gemeinsamen Reflexion.

📍 Ort: Rio Filmpalast, Rosenheimer Platz
🕢 Zeit: 29.01.2026, 19:45 Uhr
🎟️ Kartenverkauf:
https://neokinos.de/film/die-stimme-von-hind-rajab/vorstellung/3407486519?cinemaId=OTA2NTc2

20.12.2025, Gärtnerplatz München: "Waffenlieferungen an Israel? Nicht in meinem Namen!"

Samstag, 20. Dezember 2025
um 16 Uh
r
am Gärtnerplatz, München

Eine Kundgebung mit Poesie, Musik und Reden u.a. von:
Ahmad Ahmad
Dr. Kerem Schamberger, medico international
Fuad Hamdan
Suzanna Treumann

Die Kundgebung wird organisiert von
Amnesty International Deutschland Bezirk München & Oberbayern,
DFG-VK Landesverband Bayern,
Die Linke Kreisverband München,
Frauen in Schwarz (München),
Fridays for Future München,
GEW München (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Stadtverband München),
Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit,
IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War),
Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München,
medico international,
MERA25 Bayern,
pax christi Diözesanverband München und Freising
sowie internationalen Aktivist:innen.

In Gedenken an meine Mutter Judith Bernstein

Am 26.11.2025 hielt Shelly Steinberg auf der Kundgebung “Waffenlieferungen an Israel? Nicht in meinem Namen!” auf dem Gärtnerplatz eine Rede zum Gedenken ihrer am 13.11.2025 verstorbenen Mutter Judith Bernstein. V.a. geht sie auf den inakzeptablen Umgang der Stadt München mit Judith Bernstein ein:

Liebe Freundinnen und Freunde,

Lasst uns heute auch Abschied nehmen von einer Frau, die in dieser Stadt – und weit darüber hinaus – zum Symbol für Mut, Konsequenz und Menschlichkeit geworden ist: für meine Mutter Judith Bernstein, die am 13.11. nach langer Krankheit verstorben ist.

Meine Mutter ist 1945 in Jerusalem zur Welt gekommen - damals gab es noch keinen Staat Israel, so dass in ihrer Geburtsurkunde steht “Palästinenserin”. Darauf war meine Mutter immer sehr stolz - eine jüdische Palästinenserin zu sein.
Nach Stationen in London und Paris kam sie Ende der 60er Jahre nach München, wo sie sich 1976 endgültig niederließ. Ihre Eltern, also meine Großeltern, kamen ursprünglich aus Deutschland. Beide flohen 1935 nach Palästina - nicht weil sie religiös oder gar zionistisch waren, sondern nur, weil kein anderes Land bereit war, sie aufzunehmen. Der Großteil der Angehörigen meiner Großeltern wurde in Auschwitz ermordet.
Der Leitspruch meiner Mutter war:

„Auschwitz kann kein Freibrief für Menschenrechtsverletzungen sein.“

Und weil sie diesen Satz ernst nahm, weil sie ihn lebte, wurde sie hier in München, in Deutschland zur Zielscheibe. Sie engagierte sich mit Leidenschaft für die Rechte der Palästinenser, seit Jahrzehnten hat sie das Unrecht, die Unmenschlichkeit angeprangert und gewarnt, dass das, was wir heute in Gaza und im Westjordanland sehen, eintreten wird – und sie erlebte, was viele erleben, die dies in Deutschland tun: Sie wurde angegriffen, öffentlich angefeindet, ausgegrenzt, zum Problem erklärt.
Besonders in München musste sie erfahren, wie schnell man zur „Persona non grata“ erklärt werden kann, wenn man unbequeme Wahrheiten ausspricht. Wie oft wurde sie diffamiert, ihr Antisemitismus vorgeworfen – ihr, einer jüdischen Frau, Enkelin von Holocaustopfern, die ihre ganze Arbeit gerade darauf gründete, Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen und die richtigen Lehren aus der Geschichte zu ziehen, um eine gerechte Gegenwart und Zukunft zu ermöglichen.

Es ist doch ein Hohn, dass sie als Jüdin angefeindet wurde und ihr die Grundrechte im angeblichen Kampf gegen Antisemitismus entzogen wurden! Das ist wohl der sichtbarste Ausdruck der tiefen Heuchelei: einer offiziellen Haltung, die behauptet, Erinnerung zu schützen, während sie gleichzeitig Menschen entrechtet, die sich für universelle Menschenwürde einsetzen. Und diese Leute führen ihre rechtswidrige Politik unbeirrt fort.
Meine Mutter entlarvte diese Heuchelei – offen, unbeirrbar und unbequem. Und genau deshalb wollte man sie zum Schweigen bringen. Doch sie ließ sich nicht zum Schweigen bringen. Nicht von politischen Beschlüssen, nicht von öffentlichen Angriffen, nicht von den immer härter werdenden Bedingungen für kritische Stimmen. Und selbst im Sterben schwieg sie nicht.

Ihre letzten Gedanken galten Gaza. Ihr letzter Facebook-Post nur ein paar Stunden vor ihrem Tod lautete:
„Gaza mon amour! Keiner spricht mehr von Gaza, aber ich werde Gaza nie vergessen und der Welt nie vergeben, dass alle zugeschaut und Gaza im Stich gelassen haben.“

Bis zum allerletzten Moment blieb sie bei den Menschen, deren Schmerz sie so tief empfunden hat. Bis zum Schluss blieb sie ihrer Überzeugung treu, dass kein Leben weniger zählt als ein anderes. Dass man nicht wegsehen darf. Dass Schweigen niemals neutral ist. Und gerade deshalb stehen wir heute hier.

Wir sagen: Waffenlieferungen an Israel? Nicht in meinem Namen!
Und in Mamas Worten: „Menschenrechte sind unteilbar.“

Meine Mutter erzählte oft, wie sehr sie dieses Land hier damals bewunderte. Wie scheinbar ernsthaft die Menschen sich mit der Vergangenheit auseinandersetzten, wie vorsichtig Politiker sprachen, wie groß die Hoffnung war, dieses Land könne aus der Geschichte lernen. Doch immer wieder sagte sie gerade in der letzten Zeit zu mir: „Kein Politiker damals hätte sich so geäußert, wie viele es heute tun.“

Diese Entwicklung tat ihr weh. Sie sah, wie Erinnerung zur Staatsräson verkam, während ihr moralischer Kern verloren ging. Sie sah, wie historische Verantwortung zu politischem Kalkül wurde – und wie diese Verschiebung sich heute dramatisch zeigt im Umgang mit Palästina. Meine Mutter wollte ein anderes Deutschland.
Ein Deutschland, das lernt, statt zu verdrängen.
Ein Deutschland, das verbindet, statt zu beschuldigen.
Ein Deutschland, das Menschenrechte nicht selektiv verteilt.

Wir stehen heute hier, um dieses Deutschland einzufordern. Wir würden uns vorerst ja schon zufrieden geben, wenn deutsche Politiker sich einfach nur an geltendes Recht halten würden.

Meine Mutter hat die Heuchelei benannt, als es kaum jemand wagte. Ihr Handeln basierte auf einem tiefen und bewussten Bekenntnis zur Menschlichkeit und Menschenwürde. Sie hat Gaza nicht vergessen, als die Welt wegsah. Und sie hat uns gezeigt, was Haltung bedeutet.
Wir tragen ihre Stimme weiter so wie sie es tat: Laut. Unbequem. Menschlich.

Und lasst uns nicht nur auf der Straße auf eine Veränderung hinarbeiten - lasst uns unseren Unmut auch an der Wahlurne zum Ausdruck bringen. Am 8. März können wir unseren Politikern in München zeigen, was wir von ihnen halten. Lasst uns unser Kreuz für Frieden und Gerechtigkeit setzen. Alleine schon für den Umgang mit meiner Mutter müssen sie abgestraft werden.

Vielen Dank

In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Judith Bernstein

Mit großer Betroffenheit nimmt die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München Abschied von Judith Bernstein, die über Jahrzehnte hinweg eine unserer prägendsten Stimmen, eine unermüdliche Brückenbauerin und eine moralische Orientierung war. Ihr Tod hinterlässt eine Lücke, die wir schmerzlich spüren – in unserer Arbeit, in unseren Diskussionen und in der gesamten Friedensbewegung.

Eine Stimme, die weit über München hinaus Gehör fand

Judith Bernsteins Wort hatte Gewicht. Sie sprach klar, furchtlos und gewaltfrei – und sie wurde gehört. Weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus war sie eine gefragte Gesprächspartnerin, eine öffentliche Stimme für Menschenrechte, für internationale Verantwortung und für eine Politik der Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern.
Viele Menschen im deutschsprachigen Raum haben Judith nicht nur als Aktivistin wahrgenommen, sondern als moralische Instanz: eine Frau, die hinschaute, nachfragte und Widersprüche offenlegte. Sie tat dies immer mit dem Ziel, Gewalt und Ungerechtigkeit zu verringern – nie, um Menschen bloßzustellen oder zu verurteilen. Eines ihrer Leitmotive, das sie mit ruhiger, aber unerschütterlicher Entschiedenheit immer wieder ausgesprochen hat, war:

„Auschwitz kann kein Freibrief für Menschenrechtsverletzungen sein.“

Dieser Satz war für sie nicht nur eine Mahnung, sondern Ausdruck eines tiefen humanistischen Verständnisses: Der Holocaust verpflichtet uns, wachsam zu bleiben – nicht nur gegenüber Antisemitismus, sondern gegenüber jeder Form von Entrechtung, Unterdrückung und staatlicher Gewalt. Für Judith galten Menschenrechte stets universal und unteilbar.

Brücken bauen, wo andere Mauern sehen

Judith besaß eine seltene Fähigkeit: Sie konnte kritisieren, ohne zu verletzen – und zuhören, ohne sich vereinnahmen zu lassen. In unserer Dialoggruppe war sie jemand, der Spannungen nicht scheute, sondern aktiv aufsuchte. Sie glaubte fest daran, dass Begegnung der einzige Weg ist, Verhärtungen zu lösen.
Dabei brachte sie ihre eigene Lebensgeschichte ein: als in Jerusalem geborene Jüdin, als politisch engagierte Bürgerin Münchens, als jemand, der gleichzeitig emotional und analytisch denken konnte. Wer mit ihr sprach, merkte schnell, wie tief ihr Wissen über die Geschichte und Politik des Nahen Ostens war. Aber ebenso spürte man ihre Empathie für menschliche Schicksale – Juden wie Palästinenser.
Sie sagte oft, Dialog sei kein Wohlfühlprojekt, sondern ein mühsamer, konfliktreicher Prozess. Doch genau deshalb sei er unverzichtbar.

Zivilcourage in schwierigen Zeiten

Judith scheute sich nie, Position zu beziehen – gerade dann, wenn gesellschaftliche Stimmungslagen von Angst, Vorurteilen oder Vereinfachungen geprägt waren. Sie hielt den Druck aus, den man auf Menschen ausübt, die der Mehrheitsmeinung widersprechen. Sie hielt Anfeindungen aus, auch die vielen öffentlichen. Und sie hielt daran fest, dass Meinungsfreiheit und offene Diskussion Grundbedingungen einer funktionierenden Demokratie sind.
Viele von uns erinnern sich an Veranstaltungen, in denen ihre ruhige Stimme den Raum veränderte: weil sie präzise formulierte, weil sie die historische Dimension nicht vergaß, und weil sie trotz aller Härten des Themas an die Möglichkeit gerechter Lösungen glaubte.

Ein Leben im Dienst der Erinnerung und der Zukunft

Neben ihrem Engagement für Frieden setzte Judith sich intensiv für Erinnerungskultur ein. In München wirkte sie an Projekten wie den Stolpersteinen mit, und sie erinnerte immer wieder daran, dass Erinnern nie statisch sein darf. Für sie war Erinnern ein aktiver moralischer Prozess – eine Verantwortung, die gegenwärtiges Handeln leitet.
Ihre Arbeit in Netzwerken der Friedenspolitik – gemeinsam mit ihrem verstorbenen Ehemann Reiner Bernstein ebenso wie an der Seite vieler Mitstreiterinnen und Mitstreiter – trug dazu bei, dass alternative Stimmen im Nahostdiskurs sichtbar blieben. Judith glaubte fest daran, dass auch kleine Schritte des Dialogs langfristig Wirkung entfalten.

Ihr Vermächtnis

Judith Bernstein war eine unersetzliche Stimme in unserer Gruppe, eine kritische Denkerin, eine menschliche Wegbegleiterin. Sie hat uns gelehrt, mutiger zu sein, genauer hinzusehen, Fragen hartnäckiger zu stellen – und gleichzeitig nie den Menschen hinter der politischen Position aus dem Blick zu verlieren.

Wir trauern um eine Freundin, um eine Visionärin.
Wir trauern um eine Frau, die uns – und viele andere – gelehrt hat, was es bedeutet, für Frieden zu arbeiten, auch wenn der Weg dorthin lang ist.

Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und allen, die mit ihr verbunden waren.

Ihre Stimme wird uns fehlen.
Ihr Vermächtnis wird weiterwirken.
Und wir werden unseren Dialog in ihrem Sinne fortführen.

Kundgebung "Waffenlieferungen an Israel? Nicht in meinem Namen!", 29.11.2025

Kundgebung 29. November 2025, 16 Uhr, Gärtnerplatz

„Waffenlieferungen an Israel? Nicht in meinem Namen!“

Eine Kundgebung mit Poesie, Musik und Reden 

u.a. von

Michael Barenboim

Amir Ali, BDS / Bundestag 3 für Palästina (BT3P)

Baladi Band

Einige Schilder stehen bereit. 

Die Kundgebung wird organisiert von:
Amnesty International Deutschland Bezirk München & Oberbayern,
DFG-VK Landesverband Bayern,
Die Linke Kreisverband München,
Frauen in Schwarz (München),
Fridays for Future München, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Stadtverband München,
Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit,
IPPNW,
Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München,
medico international,
MERA25 Bayern,
pax christi Diözesanverband München und Freising
internationalen Aktivist:innen.


Benefizkonzert "Make Freedom Ring", 30.11.2025

Datum: 30.11.2025
Beginn: 11:00 Uhr
Ort: Münchner Künstlerhaus, Lenbachplatz 8, 80333 München

Nothilfe für Gaza

Menschenrechte für alle heißt auch: Menschenrechte für Palästinenser:innen. Diesen Grundsatz verteidigt das Kollektiv „Make Freedom Ring“, dass seine internationale Konzertreihe nun zum dritten Mal in München fortsetzt.
Seit Anfang Oktober ist ein sogenannter Friedensplan in Kraft getreten, der mit einem gerechten Frieden wenig zu tun hat. Statt einer Perspektive auf Freiheit und Selbstbestimmung wird der Status quo zementiert. Ohne Gerechtigkeit aber kann kein Frieden entstehen. Solange die Besatzung fortbesteht und Palästinenser:innen das gleiche Recht auf Leben und Sicherheit verwehrt bleibt, bleibt auch der Frieden eine Illusion.

Die humanitäre Katastrophe in Gaza ist unterdessen nicht beendet. Die Enklave liegt in Trümmern, wann und wie sie wieder aufgebaut werden kann ist unklar. Um dieser fortgesetzten Zerstörung und Entmenschlichung etwas entgegenzusetzen und sich für einen gerechten Frieden einzusetzen, laden Künstler:innen und Musiker:innen zu einem klassischen Benefizkonzert im Münchner Künstlerhaus ein.

Der Erlös des Abends kommt der Nothilfe von medico international in Gaza zugute.
Weitere Informationen unter: https://www.medico.de/kampagnen/nothilfe-gaza

Auftreten werden als Redner:innen: 
Sarah El Bulbeisi (Autorin) und Kerem Schamberger (medico international). 
Es musizieren: 
Michael Barenboim, Natalia Pegarkova-Barenboim, Ingolf Turban, Johannes König, Laure Cazin, Francesca Berardi, Zurab Gvantseladze u. a.

Eintritt: € 25

Tickets erhältlich am 30.11.2025 vor Ort und im VVK online:
https://events.humanitix.com/benefit-concert-for-gaza-medico-international

Veranstaltet von "Make Freedom Ring“. 
Weitere Informationen unter https://makefreedomring.co.uk/

Aufruf zur Kandidatur bei der Kommunalwahl München im März 2026

Die Stadt München erlebt bereits seit einigen Jahren eine stark repressive Politik, die die Interessen und politische Agenda einzelner Politiker, Gruppierungen und gar fremder Staaten propagiert.
Die aktuelle Münchner Stadtpolitik weist neben Einschränkungen der Grundrechte im Zusammenhang mit palästinasolidarischen Aktivitäten auch eine Reihe weiterer Problembereiche auf.
Die stark lobbyorientierte Politik der derzeitigen Stadtregierung geht zulasten sozialer Strukturen :
Wir sehen zunehmende Privatisierungstendenzen im Gesundheitswesen sowie die Kürzung oder Einstellung von Fördermitteln für soziale und kulturelle Projekte. Gleichzeitig empfinden viele Bürgerinnen und Bürger die Lebenshaltungskosten in München als stetig steigend, was den Alltag für zahlreiche Menschen zunehmend belastend und schwer planbar macht.
Auch sicherheits- und aussenpolitisch zeigt sich eine höchstproblematische Ausrichtung im derzeitigen Münchner Stadtrat. Diese problematische Prioritätensetzung ist nicht mit einer kommunalen Politik im Dienste der Bürger vereinbar.

Um dieser Politik entgegenzutreten, hat sich die Münchner Liste für Frieden und Gerechtigkeit gegründet. Im März 2026 möchte sie zur Kommunalwahl in München antreten. Wir laden alle Interessierten dazu ein, der Münchner Liste für Frieden und Gerechtigkeit beizutreten und sich als Listenkandidaten zur Wahl aufzustellen.

Die Kommunalwahl findet nur alle 6 Jahre statt - ein unverändertes Festhalten an der bisherigen Linie für weitere sechs Jahre würde katastrophale Folgen für die Entwicklung der Stadt, die Lebensqualität und die Grundrechte ihrer Bewohner*innen haben.

Es ist Zeit, das Ruder herumzureißen.

Die MFG fordert ein München,
• in dem Wohnen, Gesundheit, Mobilität und Kultur für alle zugänglich sind,
• in dem das Gemeinwohl über privatem Profit steht,
• in dem Frieden und soziale Gerechtigkeit Leitlinien der Politik sind – nicht Kriegslogik, Kürzungen und Repressionen.

In der Münchner Liste für Frieden und Gerechtigkeit engagieren sich Menschen aus Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und der Friedensbewegung, migrantischen Gemeinden, der Menschenrechtsszene, Kultur – und aus der Nachbarschaft.
Die MFG freut sich über jeden, der sich für diese Werte einsetzen möchte.

Rechtliche Voraussetzungen zur Kandidatur

Wahlberechtigt sind alle, die die deutsche oder eine EU-Staatsangehörigkeit besitzen, ihren Hauptwohnsitz seit mindestens 6 Monaten in München haben, und am Wahltag (8. März 2026) mindestens 18 Jahre alt sind.
Wer kandidieren möchte, muss eine Einverständniserklärung zur Aufnahme in den Wahlvorschlag unterschreiben und am Wahltag seit mindestens drei Monaten in der Landeshauptstadt München eine Wohnung haben, die nicht die Hauptwohnung sein muss.

Die Aufstellungsversammlung findet statt am
Samstag, 29. November 2025, 11–16 Uhr, im KommTreff, Holzapfelstr. 3.
Dort werden alle Kandidat:innen formal gewählt.
Wer nicht persönlich teilnehmen kannt, kann eine schriftliche Zustimmungserklärung einreichen (Formblatt nach Bayerischem Kommunalwahlgesetz). Diese kann angefordert und unterschrieben eingereicht werden.

Kontakt zur MFG:
mfg.liste@posteo.de


Buchvorstellung "Die radikale jüdische Tradition" von Donny Gluckstein & Janey Stone

Datum: Montag, 24.11.2025
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Ort: Glitch Bookstore, Barer Str. 70, 80799 München

“Die radikale jüdische Tradition” - Buchvorstellung mit Janey Stone & Thomas Weiß
Moderation: Suzanna Treumann

Die Diskussion über die israelische Kriegs- und Besatzungspolitik in Palästina, über Antisemitismus sowie dem Umgang mit beidem prägen die linke und politische Debatte schon länger.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet das nur in deutscher Übersetzung erschienene Buch von Donny Gluckstein und Janey Stone die radikalen und sozialistischen Traditionslinien der jüdischen Arbeiter*innenbewegung.

Zugleich widerspricht es insbesondere in Deutschland weitverbreiteten GLeichsetzung von Judentum und Israel, sowie von Antizionismus und Antisemitismus.

Als antizionistische und jüdische Sozialisten plädieren die beiden Autor*innen für den Anschluss an die revolutionäre Tradition der jüdischen Linken.



Aufruf zur Demo: "Gemeinsam gegen Rassismus und Spaltung", 02.11.25 am Odeonsplatz

Die JPDG freut sich, als Bündnispartner an der Demo teilzunehmen:
Gemeinsam gegen Rassismus und Spaltung

Datum: So., 02.11.
Uhrzeit: 15:00
Ort: Odeonsplatz

 Friedrich Merz bezeichnet Migrant:innen als „Problem im Stadtbild“. Dieser Satz zeigt, wie rassistisch er denkt und Politik macht. Menschen werden aufgrund ihres Aussehens als kriminell und weniger wert dargestellt – wer nicht in sein „weißes“ Stadtbild passt, wird zum Feindbild gemacht. Das ist biologischer Rassismus.

 Der Bundeskanzler grenzt damit Menschen aus, die hier leben und Familien haben, und spricht ihnen das Recht ab, sichtbar zu sein. Es geht Merz nicht um Sicherheit und Schutz von Frauen. Seine Worte normalisieren eine Politik, die die Menschen in zwei Gruppen spaltet – Privilegierte und Entrechtete. Seine Worte befeuern rechtsextremen Hass und Gewalt. Und sie lenken ab: von seiner Politik, die soziale Ungleichheit und Armut verschärft, statt sie zu bekämpfen.

 Doch wir lassen uns nicht spalten! Wir stehen solidarisch zusammen – für eine Gesellschaft der Vielfalt, Gerechtigkeit und Würde.

Kommt zur Kundgebung am 02.11. um 15 Uhr am Odeonsplatz

Einladung zur Kundgebung "Waffenlieferungen an Israel? Nicht in meinem Namen!", 28.10.2025

Waffenlieferungen an Israel? Nicht in meinem Namen! Für einen echten Waffenexportstopp.

 Datum: Dienstag, 28.10.2025
Urhzeit: 18 Uhr
Ort: Sendlinger-Tor-Platz, München.

Eine Kundgebung mit Poesie, Musik und Reden u.a. von:
Susanne Weipert, Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!
Dr. Fairouz Qasrawi, Decolonial Scholars

Einige Schilder stehen bereit. 

Die Kundgebung wird organisiert von Amnesty International Deutschland Bezirk München & Oberbayern, DFG-VK Landesverband Bayern, Die Linke Kreisverband München, Frauen in Schwarz (München), Fridays for Future München, Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, IPPNW, Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München, medico international, MERA25 Bayern, pax christi Diözesanverband München und Freising sowie internationalen Aktivist:innen.

 https://www.instagram.com/p/DQGh8kTiGJs/?igsh=OTRrcDIxa292NW1p

Statement der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München zum sogenannten „Friedensplan“ von Donald Trump für Gaza

Der sogenannte „Friedensplan“ von Donald Trump ist kein Friedensplan – er ist ein Zynismuspapier. Er sichert keine Gerechtigkeit, keinen Frieden und keine Sicherheit für die Palästinenserinnen und Palästinenser – er zementiert die Gewalt der Machtverhältnisse.

Von den Palästinensern wird verlangt, alle Waffen abzugeben, während Israel – ein Staat, der vor dem Internationalen Gerichtshof wegen des Verdachts des Völkermordes in Gaza angeklagt ist – seine militärische Stärke uneingeschränkt behalten darf. Das ist keine Sicherheitsarchitektur, das ist koloniale Logik.

Eine sogenannte „Sicherheitszone“ soll Gaza noch weiter entmachten und ausschließlich Israel Sicherheit garantieren – in Wahrheit wäre sie keine Sicherheitszone, sondern ein Instrument, um sicherzustellen, dass Israel weiterhin seinen Stiefel auf Gaza hält. Wenn dieser Plan wirklich fair wäre, müsste diese Zone auf israelischem Gebiet liegen, nicht auf palästinensischem Land.

Das Westjordanland wird in diesem „Plan“ nicht einmal erwähnt, obwohl der Internationale Gerichtshof längst bestätigt hat, dass die israelische Besatzung dort illegal ist. Dieses Schweigen ist kein Zufall, sondern Kalkül – es dient der Normalisierung einer dauerhaften Besatzung und dient dem eigentlichen Vorhaben der völligen Annexion der Westbank.

Dass Gaza unter Tony Blair „verwaltet“ werden soll, bedeutet nichts anderes als die Fortsetzung der Entmündigung. Wieder sollen westliche Politiker über das Leben von Palästinenserinnen und Palästinensern entscheiden – ohne sie zu fragen, ohne ihnen das im Völkerrecht verbriefte Recht auf Selbstbestimmung zuzugestehen. Dabei waren es einst die Briten, die Palästina kolonial besetzten und damit den Grundstein für das heutige Unrecht legten – eine koloniale Tradition, an die Tony Blair nun nahtlos anknüpfen würde.

Die Hamas soll ins Exil geschickt werden, während kein Wort über die israelische Regierung fällt – eine Regierung, die für Kriegsverbrechen, Vertreibungen und kollektive Bestrafung verantwortlich ist. Wieder wird nur von „Sicherheit für Israel“ gesprochen, niemals von Sicherheit für Palästina.

Dieser sogenannte Friedensplan ist nichts anderes als der Versuch, den Status quo der Unterdrückung zu legalisieren. Er garantiert ausschließlich die Fortsetzung israelischer Privilegien – die totale Kontrolle über Gaza, die Demütigung der Palästinenser, die Aufrechterhaltung einer ungerechten Ordnung.

Er widerspricht dem internationalen Recht, der UN-Charta und jedem moralischen Kompass.

Wenn ein solcher Plan gefeiert wird – als „legitim“, „realistisch“ oder gar „hoffnungsvoll“ –, dann zeigt das, wie tief unsere moralische Verkommenheit bereits reicht. Ein Frieden, der auf Unterwerfung beruht, ist kein Frieden.

Wir sagen klar:
Es kann keinen Frieden geben ohne Gerechtigkeit, keine Sicherheit ohne Gleichberechtigung, und keine Lösung ohne die Stimme der Palästinenserinnen und Palästinenser.

Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, diesen Plan zurückzuweisen – und endlich das zu tun, was sie seit Jahrzehnten versäumt: das internationale Recht durchzusetzen und das palästinensische Volk als gleichberechtigten Partner anzuerkennen.


Foto: Forced Displacement of Gaza Strip Residents During the Gaza–Israel War 23-25 von Jaber Jehad Badwan, lizenziert unter CC BY-SA 4.0 International, via Wikimedia Commons.

Unser gemeinsames Statement mit Salam Shalom zum Abhängen der Israel-Fahne am Münchner Rathaus

Abnahme der Israelfahne am Münchner Rathaus: Überfälliges Ende einer politischen Provokation

München, 13.10.25

Die Israelfahne am Münchner Rathaus war zunächst eine Solidaritätserklärung gegenüber Israel, verkam dann aber angesichts der Kriegsverbrechen Israels zu einer politischen Provokation und einer Geschmacklosigkeit gegenüber allen palästinensischen Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt.

Zudem war das Hissen der Fahne juristisch fragwürdig: Nach Artikel 28 des Grundgesetzes sowie der Bayerischen Gemeindeordnung sind Kommunen verpflichtet, Neutralität zu wahren und dürfen sich nicht allgemeinpolitisch positionieren. Die Berufung auf die Städtepartnerschaft mit Be’er Sheva dient hier lediglich als Vorwand, um eine politische Parteinahme zu rechtfertigen.

Die Stadt München hat sich darüber hinaus über den deutlich geäußerten Willen eines großen Teils der Bürgerschaft hinweggesetzt. Statt Empathie und Zusammenhalt zu fördern, wurde gezielt polarisiert. Die Abnahme der Fahne war längst überfällig – ein Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Respekt – wenn auch widerwillig und ohne erkennbare Einsicht seitens der Stadt.

Die Pressemitteilung der Stadt München zur Fahne:
Stadt holt Israel-Flagge am Rathaus ein – Landeshauptstadt München

"Waffenlieferungen an Israel? Nicht in meinem Namen!" - Kundgebung am 19.08.2025 um 18:00 Uhr

„Waffenlieferungen an Israel?  Nicht in meinem Namen!" 
Für einen echten Waffenexportstopp.

Dienstag, 19.08.2025
von 18-19 Uhr
am Sendlinger Tor Platz, München

Eine Kundgebung mit Musik, Reden und Poesie 

u.a. von
Rihm Hamdan, Palästinenserin aus München
Maria Feckl, DFG-VK Bayern

Einige Schilder stehen bereit. 

Die Kundgebung wird organisiert von Amnesty International Deutschland Bezirk München & Oberbayern @amnestymuenchen, DFG-VK Landesverband Bayern @dfgvk_bayern, Frauen in Schwarz (München), IFFF @wilpfgermany, IPPNW @IPPNWgermany, der jüdisch-palästinensischen Dialoggruppe München, internationalen Aktivist:innen, sowie Die Linke Kreisverband München @linke.muc und MERA25 Bayern @mera25.bayern. 

 

Einladung zu Filmvorführung & Gespräch: "From Ground Zero" - 30.09.2025, Rio Palast München

FROM GROUND ZERO
Film und Gespräch
Rio Filmpalast, Rosenheimer Str. 46, 81669 München
30. September 2025, 20:00 bis 22:00 Uhr
Tickets über Rio Filmpalast: Spielzeiten | From Ground Zero | NEO Kinos München

FROM GROUND ZERO ist eine Kompilation mit 22 Kurzfilmen von Regisseur*innen aus Gaza. Gedreht zwischen Dezember 2023 und März 2024 fangen die drei- bis sechsminütigen Kurzfilme individuelle Perspektiven aus Gaza ein. Mit einem Genremix aus Spielfilm, Dokumentarfilm, Doku- Fiktion, Animation und experimentellem Kino präsentiert FROM GROUND ZERO eine Vielfalt an Geschichten über Trauer, Überlebenswillen, Freude und Hoffnung, die dem Leben in Gaza innewohnen. Das Projekt wurde von dem international renommierten palästinensischen Filmemacher Rashid Masharawi ins Leben gerufen.

Das Filmscreening wird begleitet von einem Gespräch mit dem Filmkurator Rashid Masharawi (angefragt) und Irit Neidhardt von Mec Filmverleih. Moderiert von Dr. Imad Mustafa (Medico International e.V.)

 FROM GROUND ZERO
Dokumentar-/Kompilationsfilm
Palästina/Frankreich/Qatar/Jordanien 2024, 111 min, Arabisch mit dt. UT
Produktion: Masharawi Fund for Films & Filmemacher:innen in Gaza
Executive Producer: Michael Moore

Oscar-Shortlist 2025, Palästina, „Bester Internationaler Film“

Präsentiert von Amnesty International, DFG-VK München, IPPNW, Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München, medico international und FLORIDA Lothringer13.

 Mehr Infos zum Masharawi Films unter: https://www.masharawifilms.org/de/from-ground-zero/